In den kommenden Wochen stellt die Sternensonde hier die beiden außergewöhnlichen Anthologien der Autorin Alisha Bionda ausführlich vor. In diesem Werkstattbericht beantwortet die Herausgeberin immer neue Fragen zu den Werken und ich werde jeweils eine der Kurzgeschichten rezensieren. So wird mit der Zeit ein umfassendes Interview entstehen und die kompletten Bände ausführlich rezensiert. Dazu gibt es eine exklusive Leseprobe der Story von Autorin und Verlegerin Uschi Zietsch. In ihrem Fabylon-Verlag haben diese schönen Bücher ein Zuhause gefinden.
Werkstattbericht vom 19.04.09:
Die nächste Frage an Alisha Bionda:
Sternensonde: Wie kam es zu deiner Begeisterung für die düstere Phantastik und was findest du daran besonders faszinierend?
Alisha Bionda: Also ich wollte mich eigentlich nicht auf die düstere Phantastik festlegen oder weitestgehend dort meinen Anker werfen. Das war dann irgendwann Teil meiner Entwicklung. Und nicht die schlechteste, wenn ich das recht betrachte. Das düstere liegt mir persönlich auch sehr nahe, da ich ein sehr melancholischer Mensch bin und auch eher die dunklen Stunden des Tages bevorzugte. In der Literatur bietet die düstere Phantastik für mich als Autorin und Herausgeberin mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Ich arbeite gerne mit historischen und mystischen, rituellen und wissenschaftlichen Mitteln, um die Phantastik anzureichern und die Verquickung gelingt in der düstere Phantastik für mich stimmiger als in der lichten. Hinzukommt, dass ich selbst gerne Vampirplots mag, aber auch andere Nachtgestalten, sodass ich mich diese Genre näher als anderen fühle. Auch düster-phantastische Erotik liegt mir, und da möchte ich z.B. künftig etwas mit Ascan von Bargen machen. Das reizt mich, weil mir sein Stil gefällt.
Rezension zu Story 7 aus Dark Ladies 1: Der Fluch der Hexengräfin von Corina Bomann:
Die Autorin war mir bisher unbekannt, wird mir jedoch durch diese sagenhafte Geschichte in Erinnerung bleiben. In dieser Geschichte spielt eine kinderentführende Hexe die Hauptrolle. Sie versetzte ein kleines Dorf in Angst und Schrecken bis ihre Macht gebannt werden konnte. Doch nun bereitet die so genannte Hexengräfin ihre Widergeburt vor und die neue Hebamme des Dorfes versucht dies gemeinsam mit dem Dorfpfarrer zu verhindern. Der Beitrag ist die umfangreichste Geschichte des Buches und eine märchenhafte Erzählung. Kurze Dialoge, viel Story in einer dichten und mystischen Atmosphäre. Spannend und ebenso flüssig und schnell zu lesen wie die etwas kürzeren Geschichten.